Der Haselnussstrauch (Corylus avellana)

Der Haselnussstrauch (Corylus avellana)

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Flechten mit Naturmaterialien – Die Hasel

Heute geht es los, heute stelle ich das erste Naturmaterial vor, dass zum Flechten geeignet ist.

Es gibt unheimlich viele Naturmaterialien die zum Flechten geeignet sind. Bei einem Spaziergang durch die wunderschöne Natur entdeckt man immer wieder etwas neues das man ausprobieren kann. Um neue Flechtmaterialien zu entdecken, muss man experimentierfreudig sein. Aber Achtung, es gibt auch giftige Pflanzen, also bitte vorsichtig sein und sich vorher über die Pflanze informieren.

Heute stelle ich eine ungiftige Pflanze vor. Die Meisten werden sie kennen und einige werden sie, wegen ihren leckeren Nüssen, sicher lieben, so wie die Eichhörnchen.

Die Eichhörnchen sammeln die Haselnüsse und legen sich Vorräte für den Winter an. Nur leider sind die Eichhörnchen etwas vergesslich, sie erinnern sich nicht an alle verstecke und so helfen sie der Haselnuss, sich fortzupflanzen. Die vergrabenen Haselnüsse fangen an zu wachsen und es entsteht ein neuer Haselnussstrauch.

Der Haselnussstrauch gehört zu der Familie der Birkengewächse. Er ist ebenfalls, wie die Birke, eine Pionierpflanze.

Der Haselnussstrauch wächst sehr gerne an Waldrändern und in lichten Wäldern. Er braucht viel Licht und nährstoffreichen, lehmigen Boden. Die Haselnuss ist mit 15 Arten in Europa, bis zu einer Höhe von 1800m, verbreitet. Bis zum Polarkreis, Kaukasus und Kleinasien.

Die Haselnuss wächst als Baum oder als Strauch und kann bis zu 6 Meter hoch werden. Sie trägt männliche und weibliche Blütenstände auf der selben Pflanze, sie wird vom Wind bestäubt. Die Rinde ist grün bis graubraun mit waagerechten weißlichen Streifen. Das Holz ist biegsam und zäh und das ist für Flechter interessant. Denn die langen Ruten sind wunderbar zum Flechten geeignet. Die dickeren Stämme der Haselnuss kann man zum Wildholzmöbelbau verwenden.

Die Ruten und die dickeren Stämme der Haselnuss können in der Saftruhe geschnitten werden, das heißt von Mitte November bis Anfang März. Danach sollte man nicht mehr schneiden, da die Gefahr des Ausblutens zu hoch ist.

Die Knospen der Haselnuss sind stumpf und eiförmig. Sie sind 5-7 Millimeter lang und seitlich leicht zusammengedrückt. An der Lichtseite sind sie rotbraun und an der Schattenseite grün.

Die Blätter fühlen sich richtig flauschig an. Sie haben eine dunkelgrüne Oberseite und eine filzig graugrüne Unterseite. Von Februar bist April blüht der Haselnussstrauch und ist so ein Frühlingsbote und einer der ersten Pollenlieferanten für die Bienen.

Die Haselnüsse reifen von August bis Oktober. Sie sind sehr schmackhaft und gesund. Sie enthalten 50-60% Öl, Mineralstoffe und Vitamine. Auch für Tiere sind sie sehr wertvoll Eichhörnchen, Mäuse und Vögel nutzen die Nüsse als Nahrung.

Seit Jahrtausenden nutzen die Menschen die Haselnuss als Öllieferant, als Energiespender und als haltbares Nahrungsmittel im Winter.

Doch auch zum Flechten von Körben und zum herstellen von Möbeln ist der Haselstrauch super geeignet. Die jungen Ruten werden in der Saftruhe geschnitten und für 2-3 Wochen draußen, unterdacht gelagert. Danach kann man die Ruten in Körben oder Dekoration verarbeiten.

Die dickeren Haselnussstrauch Stämme werden abgesägt und vor dem Verarbeiten getrocknet. Das dauert bis zu einem halben Jahr. Danach kann man wunderschöne Wildholzmöbel anfertigen.

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