Waldrebe (Clematis)

Waldrebe (Clematis)

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Flechten mit Naturmaterialien – Waldrebe

Letzten Dienstag ging es über Hartriegel. Im heutigen Artikel stelle ich euch Waldrebe vor. Letztes Jahr habe ich zum ersten mal Waldrebe gesammelt. Ich arbeitete in einem Freibad, da ist super viel Waldrebe gewachsen. Ich musste sehr viel Gartenarbeit machen und so habe ich mir alles was wir an Waldrebe geschnitten haben, mitgenommen.

Waldrebe ist eine Kletterpflanze, sie gehört zu der Familie der Hahnenfußgewächse und kann 3-10 Meter lange werden  und wächst auf anderen Bäumen, sie hat Wurzeln im Boden und klettert dann an den Bäumen nach oben. Für die Bäume ist das nicht sehr angenehm, da die Waldrebe die Bäume überwuchert und wenn die Lianen stärker werden, die Äste der Bäume nach unten zieht. Es gibt etwa 300 Arten, viele Sorten werden als Zierpflanze in Gärten gepflanzt.

Waldrebe ist eine Pionierpflanze und wächst in lichten Edellaubwäldern, Gebüschen, Auwälder oder Waldränder. Sie bevorzugt lockere, kalkhaltige Lehmböden und wächst in Mittel- und Südeuropa.

Im Winter erkennt man Waldrebe sehr gut an weißen flauschigen Büscheln. Dies sind ihre Fruchtstände. Von Juni bis Juli trägt die Waldrebe weiße Blüten.

Wie in vielen anderen Hahnenfußgewächsen enthält die Waldrebe Gift Protoanemonin. Dies bewirkt Entzündungen auf der Haut. Bei innerer Aufnahme erfolgen Entzündungen im Mund-und Rachenbereich, es kann zu Erbrechen und Durchfall kommen, Störungen des Nervensystems, Krämpfe und Reizungen der Verdauungswege und der Nieren. Daher vorsichtig sein!

Doch die Waldrebe findet auch medizinische Anwendung in der Homöopathie.

Um Waldrebe zu ernten, braucht man viel Kraft und eine Gartenschere. Versuche die Lianen so lang wie möglich zu lassen. Nimm eine Liane und ziehe sie vom Baum herunter bis es nicht mehr geht und dann schneide sie ab. So sammelst du ein paar Lianen. Wenn du 5-6 Stück hast, nimmst du sie alle an einem Ende zusammen und wickelst mit ihnen einen Kranz, so lassen sie sich leichter transportieren.

Um die Waldrebe wieder flexibel zu machen, weicht man sie einen Tag in Wasser ein. Mit der Waldrebe lässt sich besonders gut die Schanzen-Technik flechten, aber auch alles andere. Körbe, Dekoration…

Eigentlich sollte man die Waldrebe schälen, also von ihrer Rinde befreien. Durch einen Stoff der in der Rinde enthalten ist, ist die Waldrebe sehr anfällig für Schädlinge. Um sie zu kochen, legt man sie einfach eine Weile in kochendes Wasser, solange bis sich die Rinde leicht lösen lässt. Ich habe meine geerntete Waldrebe nicht gekocht und nun ist sie vom Holzwurm befallen und hat viele kleine Löcher.

Um die Rinde zu entfernen kann man sie zwischen eine Eisenklammer ziehen oder mit dem Schuh darauf treten und sie vorsichtig durch ziehen.

Einige Bilder in diesem Artikel habe ich von der Facebookseite der staatlichen Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung geklaut. Schaut dort doch mal vorbei 🙂

Wenn du noch eine Frage zur Waldrebe oder zu irgendetwas anderem hast, kannst du mir sehr gerne schreiben.

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Hi, ich bin Alina. Ich habe 2014 die Ausbildung zur Flechtwerkgestalterin abgeschlossen und möchte nun mein Wissen und das wundervolle, eines der ältesten, Handwerke in die Welt hinaus tragen. Ich werde mich auf eine lange Reise begeben und die Flechtkunst in vielen verschiedenen Ländern erkunden, das alles werde ich auf meinem Blog niederschreiben. Du willst mehr über mich wissen? Dann schaue auf der Über-Seite vorbei. Bei Fragen kannst du mir sehr gerne schreiben.

2 Antworten

  1. Hi Alina, dazu eine Nachfrage von mit
    „Durch einen Stoff der in der Rinde enthalten ist, ist die Waldrebe sehr anfällig für Schädlinge….Ich habe meine geerntete Waldrebe nicht gekocht und nun ist sie vom Holzwurm befallen und hat viele kleine Löcher.“
    Welchen Stoff meist Du? Den Protoanemonin? Nach meine kurze Recherche ist es kein „insektenanlockender Stoff“. Was meist Du mit Holzwurm? Ich kenne nichts spezielles an Waldrebe, habe auch in kurze nichts gefunden. Vielleicht ist es ein Generalist der vieles befallen kann? Natürlich beim Kochen wird alles abgetötet und beim Schälen verschwindet der nahrhafter Lebensraum Kambium. Fressen sich denn deine Würmchen ins Holz rein oder bleiben sie in der Rinde und Kambium? Ich kann mir vorstellen, dass die lebendige Pflanze von dem Giftstoff von Insekten geschützt wird und nach dem Schnitt wird der Stoff zersetzt (abgebaut, oxidiert…) und dann haben die Insekten „freie Bahn“ und fressen sich durch. Insektenbafall hat auch viel mit feuchte zu tun aber da gibt es auch Tierchen die in ziemlich trockenem Substrat (ca.10%) leben können.
    Liebe Grüsse
    Marta

    • dieflechterin

      Leider habe ich darüber auch keine genaueren Informationen. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass wir im Unterricht mal darüber geredet haben. Wenn ich mal wieder in Lichtenfels bin, dann werde ich noch mal meinen Lehrer fragen.

      Meine Waldrebe, da haben sich die Würmchen ins Holz gefressen.
      Also ich denke kochen und schälen ist die beste Lösung und ich finde dadurch bekommt es auch eine sehr schöne Farbe.

      Liebe Grüße
      Alina

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